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Kann Ayurveda einen Beitrag für die Gesundheit der Menschen leisten?
 

RWG: Herr Dr. Bauhofer. Ayurveda ist plötzlich in!
Zeitungen, Zeitschriften und TV Sendungen berichten über Ayurveda. Die Suchmaschine Google verzeichnet 15.000.000 Mio Einträge zum Thema Ayurveda. Macht Sie das glücklich?

Dr. Bauhofer:
Ja – ich bin nämlich überzeugt, dass Ayurveda einen großen Beitrag für die Gesundheit der Menschen leisten kann.

www.drbauhofer.de
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RWG: Wie wird ein deutscher Mediziner Ayurveda Arzt?

www.drbauhofer.de
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Dr. Bauhofer:
Ich habe meine experimentelle Doktorarbeit über eine Technik des Yoga gemacht, nämlich über „Die kreislaufphysio-logischen Wirkungen bei der Transzendentalen Meditation“. Yoga ist eine Schwesterdisziplin des Ayurveda, und in den klassischen, Jahrtausende alten Texten dieser beiden vedischen Fachrichtungen existieren viele Querverbindungen. 1980 berief Maharishi Mahesh Yogi in Delhi eine Konferenz führender ayurvedischer Ärzte ein und gab damit den Startschuss für die Verbreitung des Ayurveda in der westlichen Welt. Ich hatte damals das Glück und Privileg, als erster westlicher Arzt bei diesem Prozess beteiligt zu sein und konnte die ayurvedische Heilkunst aus erster Hand von herausragenden Vaidyas (ayurvedische Ärzte) in Indien erlernen.

RWG: Können Sie das Wesen von Ayurveda in kurzen Sätzen beschreiben?

Dr. Bauhofer:
Ayurveda bedeutet das „Wissen vom Leben“. Alles, was mit dem Leben zu tun hat, beeinflusst unsere Gesundheit oder die Entstehung von Krankheiten – was und wann wir essen, was wir trinken, in welchem Rhythmus wir unseren Tag gestalten, ob wir ausreichend schlafen, ob wir uns bewegen, welchen Beruf wir ausüben und ob er uns erfüllt, ob wir eine glückliche Partnerschaft führen, ob wir unseren Lebenssinn gefunden haben, ob wir Freude an unserem Leben haben. Die ayurvedische Medizin kümmert sich um alle Facetten des Lebens.

RWG: Sehen Sie Ayurveda als Trend oder als Chance für das deutsche Gesundheitssystem?

Gesundheitssystem
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Dr. Bauhofer:
Wenn es sich um einen Trend handelt, hält er schon seit ein paar Tausend Jahren an. Aber Trends bezeichnet man ja als eher kurzlebige Erscheinungen. Ich sehe Ayurveda gerade heute als eine Riesenchance für unser Gesundheitssystem, weil diese ganzheitliche Heilkunde ein äußerst effektives System der Vorsorge beinhaltet sowie wirksam und natürlich chronische Erkrankungen behandeln kann. Und genau hierin liegen die kostspieligen Defizite unseres gegenwärtigen Gesundheitssystems, das seine Stärke in der Akutmedizin hat.

RWG: Ayurveda wird als ganzheitliche Medizin angesehen. Was unterscheidet diese Medizin im wesentlichen von der westlichen Medizin?

Dr. Bauhofer:
Unsere westliche Medizin geht meist symptomatisch vor, d.h. die Therapie beseitigt häufig nur die Krankheitszeichen. Sie behandelt eine Gastritis oder einen Bluthochdruck oder ein Bronchialasthma. Ayurveda bemüht sich um den Menschen, der unter einer Gastritis, einem Bluthochdruck oder einem Bronchialasthma leidet und versucht dabei immer, auf natürliche Weise ein spezifisches Ungleichgewicht im Organismus zu beseitigen, das die Krankheit verursacht.

RWG: Ayurveda wird von den Krankenversicherungen nicht anerkannt und bezahlt. Behandlungen können lediglich von der Steuer abgesetzt werden. Woran liegt das?

Deutsche Gesellschaft f?r AyurvedaDr. Bauhofer:
Mittlerweile bezahlen eine ganze Reihe privater Krankenversicherer ayurvedische Behandlungen. Die Lobby reichte bislang für den großen Durchbruch aber noch nicht aus. Dabei spielt natürlich auch der Zeitfaktor eine Rolle, denn bei uns wurde der Begriff „Ayurveda“ erst in den letzten zehn Jahren zunehmend bekannt. Die „Deutsche Gesellschaft für Ayurveda“ (www.ayurveda.de) bemüht sich intensiv um Fortschritte auf diesem Gebiet.

RWG: Wenn Patienten zu Ihnen kommen, wie rechnen Sie ab?

Dr. Bauhofer:
Ich rechne wie jeder Arzt nach der Gebührenordnung ab.

RWG: Mit welchen Problemen kommen Patitienten am häufigsten zu Ihnen?

Dr. Bauhofer:
Mit allen Formen chronischer Beschwerden. Stoffwechselerkrankungen, Krankheiten des Verdauungstrakts, Bluthochdruck, Übergewicht, stressbedingte Krankheiten, Immunschwäche usw. Es kommen aber auch immer mehr Menschen zu mir, die einfach nur gesund bleiben wollen und prophylaktisch in ihr Leben eingreifen möchten. Darüber freut sich ein ayurvedischer Arzt besonders, denn für diese Menschen kann er einen hervorragenden Gesundheits-Coach abgeben.

RWG: Im Bereich der Energiepolitik gibt es langsam ein Umdenken auf erneuerbare Energien. Warum wird in Deutschland soviel Geld für Krankheiten ausgegeben und nicht für präventive Maßnahmen, wie es gerade die Ayurveda Medizin als das älteste Medizinsystem der Welt es anbietet? Sind unsere Gesundheitspolitiker Ignoranten?

Dr. Bauhofer:
Es liegt – glaube ich - daran, dass unsere Medizin nicht auf Prävention ausgerichtet ist. Um die Vorsorge haben wir uns im letzten Jahrhundert nur wenig darum gekümmert, wenn wir von der Entwicklung von Impfstoffen und präventiver Diagnostik einmal absehen. Schauen Sie sich nur einmal die Ernährung in unseren Krankenhäusern an, wo die Menschen ja eigentlich gesund werden sollen – daran erkennen Sie eine Menge. Denn Ernährung ist für die Gesundheit von herausragender Bedeutung. Unsere Medizin verfügt im Gegensatz zum Ayurveda nicht über ein umfassendes Wissensgebäude für die Prävention, und darum sind Ärzte auf diesem Gebiet nicht ausgebildet.

Traben-Trarbach
Ayurveda Klinik Traben-Trarbach
RWG: Herr Dr. Bauhofer. Sie waren lange Zeit Leiter des Maharishi-Ayurveda Zentrums in Traben-Trarbach. Was hat Sie veranlaßt, diese Einrichtung zu verlassen?

Dr. Bauhofer:
Ich habe drei ayurvedische Kliniken aufgebaut und geleitet - die in Traben-Trarbach über zehn Jahre. Ich suchte eine neue Herausforderung und wollte Menschen in ihrem Alltag betreuen und coachen. Außerdem wollte ich mich verstärkt dem Gesundheitsmanagement für Unternehmen zuwenden, das ich für enorm wichtig halte.

RWG: Wie stehen Sie heute zu der Maharishi-Bewegung, die in Deutschland als Sekte betrachtet wird?

Souver?n und gelassen durch AyurvedaDr. Bauhofer:
Ich weiß nicht, ob es ohne die Initiative von Maharishi im Westen den Ayurveda gäbe. Darum bin ich ihm sehr dankbar, dass er uns dieses kostbare Wissen gebracht hat.


RWG: In Ihrem Buch „ Souverän und gelassen durch Ayurveda“ sprechen Sie von Maharishi-Ayurveda. Worin besteht der Unterschied zu Ayurveda?

Dr. Bauhofer:
Der All India Ayurveda Congress – die transzendentale-meditation.deStandesorganisation der ayurvedischen Ärzte in Indien - hat in einer Verlautbarung den Maharishi Ayurveda als die authentische Form des Ayurveda bezeichnet. Vor allem die Verbindung zu der Grundlage von Ayus (Leben), dem Veda, und die Beziehung zu all den anderen vedischen Disziplinen spielt im Maharishi Ayurveda eine bedeutende Rolle. Dieses Verhältnis wurde auch in Indien im Laufe der Jahrhunderte oft vergessen. Im Westen setzen die meisten Menschen Ayurveda mit Ölmassagen oder Stirngüssen gleich. Diese Reduktion eines so umfassenden ganzheitlichen medizinischen Systems ist einfach nur tragisch.

RWG: Sie empfehlen die „Transzendentale Meditation (TM) als begleitende Maßnahme, um Stress abzubauen. Nach Meinung des AGPF (Aktion für Geistige und Psychische Freiheit) weist der Kult um Maharishi fast alle Merkmale auf, die eine Sekte ausmachen. Warum empfehlen Sie nicht Yoga allgemein, wie es von den zahlreichen Yogaschulen angeboten wird?

Dr. Bauhofer: Es gibt nach meiner Kenntnis keine Technik aus dem System des Yoga oder Methode des Stressmanagement, die wissenschaftlich so sauber untermauert ist wie die Transzendentale Meditation (TM). Weit über 600 Studien, durchgeführt an den renommiertesten Universitäten der Welt, teilweise in Auftrag gegeben und finanziert von staatlichen Institutionen, haben die umfassenden Wirkungen dieses Verfahrens zweifelsfrei dokumentiert. TM ist einfach zu erlernen und auszuüben, weltanschauungsneutral und hat eine hohe Kompliance – aus ärztlicher Sicht sehr wichtig. Wer die Technik erlernt, tritt weder einer Organisation oder einem Verein bei, er entrichtet außer der anfänglichen Kursgebühr keine Abgaben und geht keinerlei Verpflichtungen ein. Er erlernt eine Technik zur Stressbewältigung, die er – wenn er will - zweimal täglich 15-20 Minuten praktiziert. Kein Mensch zwingt oder überprüft ihn. Ich weiß nicht, was das mit einer Sekte zu tun haben soll. Ich unterstütze jedes Verfahren zum Stressabbau, das nützt, doch habe ich mit TM persönlich und bei vielen Patienten sehr gute Erfahrungen gemacht.

RWG: Yoga verwendet ähnliche Methoden wie Ayurveda, um den Gleichgewichtszustand wieder herzustellen. Und doch Yoga unterscheidet sich in einem wesentlichen Punkt vom Ayurveda:
-  Ayurveda strebt ein möglichst langes und gesundes Leben an,
-  Yoga strebt nach Befreiung vom relativen Dasein durch Überwindung  des Selbsterhaltungstriebes.


Welche Art von Yoga empfehlen Sie Ihren Patienten, um Stress abzubauen und trotzem im Leben zu stehen?

Dr. Bauhofer: Alle vedischen Disziplinen streben – am besten synergistisch – das gleiche Ziel an, Yoga ebenso wie Ayurveda. Vielleicht wird es manchmal unterschiedlich formuliert. In der ayurvedischen Terminologie heißt dieses Ziel Swasthya: Gesundheit. Von der Sprachwurzel her bedeutet es: Im Selbst ruhen. Ein Mensch, der im Gleichgewicht der psycho-physiologischen Kräfte schwingt, der aus sich selbst heraus glücklich ist, erfreut sich im ayurvedischen Sinne bester Gesundheit und hat im Sinne des Yoga seine Mitte gefunden. Dieser Mensch führt kein weltfremdes Leben, er ist vielmehr gefeit gegen all die Aufs und Ab, die natürlicherweise zu einem menschlichen Leben gehören.

RWG: In Ihrem Buch „ Souverän und gelassen durch Ayurveda“ bieten Sie für jeden Dosha-Typ ein 14-Tage Notfall Programm bzw. einen Drei-Monats-Langzeitplan an. Wie kann der interessierte Leser am einfachsten herausfinden, welchen Dosha-Typ er angehört?

Dr. Bauhofer
: In dem Buch gibt es einen Fragebogen, den man ausfüllen sollte, um seinen Dosha-Stresstyp zu erkennen. Der Stresstyp muss nicht notwendigerweise dem Konstitutionstyp entsprechen. Auf der Grundlage dieses Fragebogens kann man dann den individuell angepassten Programmen folgen.

RWG: In welcher Zielgruppe sehen Sie die größten Potentiale für die Ayurveda Medizin? Sind es die gestreßten Führungskräfte in Unternehmen oder ist Ayurveda auch für Otto den Normalverbraucher interessant, der mit wenig Geld nach Alternativen für seine Gesunderhaltung sucht?

Dr. Bauhofer
: Ayurveda – das Wissen vom Leben - ist für alle Menschen!

RWG: Herr Dr. Bauhofer, wir danken Ihnen für das Gespräch.


Das Gespräch mit Dr. Bauhofer führte Raimund Müller vom Ratgeber Wellness und Gesundheit www.wellness-gesund.info

 
Quelle: Raimund Müller
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