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6. Die Kunst der medizinischen Diagnose im Ayurveda
 

AYURVEDA: The Art of Medical DiagnosisDer aufmerksame Beobachter wird bei Menschen und in ihrem Tun schnell ihre Verschiedenheit erkennen, die sie zu einem einzigartigen Individuum machen. Besonders der Ayurvedaarzt ist darauf trainiert. Die Ayurveda-Medizin hat eine Typenlehre entwickelt, anhand derer der Arzt den Zustand seiner Patienten diagnostizieren kann. Sicher, so etwas gab es im Westen auch. Galen hat eine Typologie entwickelt, aufbauend auf der Medizin von Hippokrates, die Lehre von den vier Temperamenten und auch der Psychoanalytiker C.G. Jung hat eine Typologie entwickelt.


 

Es wurde aber nicht nur die Typenlehre entwickelt, sondern auch unterschiedliche Schemata, ausgehend von verschiedenen Sichtweisen, deren Überschneidungen zu einer grösseren Genauigkeit der Ergebnisse führt. Im Westen ist der klinische Blick der alten Ärztegeneration längst von der technischen Diagnostik in vielen Bereichen abgelöst worden.


In Grundlagen des Ayurveda haben wir auf die Urnatur ( prakrti: prakriti gesprochen) hingewiesen. Kommt es zu Störungen, verursacht durch ein Ungleichgewicht der drei Grundkräfte ( gunas) entsteht vakrti ( = vakriti = Krankheit). Die Doshas ( Fehler) leiten sich von den Elementen ab, insofern trifft die gefundene gesetzesmässige Zusammengehörigkeit von Eigenschaften und Elementen auch auf diese zu.



Der Prakriti-Begriff (Prakriti ist das, was die eigene Natur ausmacht) wird nicht nur dazu verwendet, menschliche Konstitutionstypen zu beschreiben. Er wurde auch auf andere Substanzen ausgeweitet, um so ein Gesamtbild zu bekommen, mit dem man festlegen kann, welche Heilmittel zu einem bestimmten Konstitutionstyp komplementär eingesetzt werden können. Die Heilmittel im Ayurveda ähneln sehr stark denen der Homoöpathie.


Neben der praktischen Erfahrung, die Ayurveda-Ärzte in einem bis zu 8 Jahre langen Studium bekommen, zählen sehr stark die Erkenntnisse und Geheimlehren, die in einer langen Familientradition gewonnen wurden. Manche Ayurveda-Ärzte Familien können ihr Wirken bis zu 5.000 Jahre zurückverfolgen.


Ayurveda ist keine übernatürliche oder magische Wissenschaft ist, sondern beruht auf exakten wissenschaftlichen Erkenntnissen, die sowohl in Lehrbüchern als auch in der Tradition der Familien weitergegeben werden. Das gilt sowohl für Ärzte als auch für die Therapeuten ( Masseure). Während das südindische Ayurveda vor allem auf die heilende Wirkung diverser Massagen mit in die Öle gemischten Kräuter beruht, ist das alchimistisch geprägte nordindische Ayurveda vor allem von der Wirkung homöopathischer Medizin geprägt.


1. Über das Wissen von einem langen Leben
http://www.dharmaayurveda.de/Artikel/1844.html?a

 
Quelle: Raimund Müller
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