 Ayurveda und Wellness? Manche fragen sich: Wie passt das zusammen ? Der Begriff Wellness ist vielfältig und vielschichtig. Scheinbar alles lässt sich in dem Begriff unterbringen. Auch alternative Heilmethoden und Ayurveda.
Wellness ist die Antwort auf die Forderung nach einem bewussteren Lebensstil. Bei einigen ist Wellness zum Lebenstil geworden, bei anderen eine Art Lebensphilosophie. Wellness kann demzufolge auch als ein bewusstes Sich-Engagieren für das persönliche Wohlfühlen bezeichnet werden. Wellness beruht auf einem klar definierten Verantwortungsgefühl gegen sich selbst und seinem eigenen persönlichen Wohlbefinden. Wellness umfasst alle Aspekte des Seins, sowohl die seelischen und geistigen als auch die körperlichen. Wellness setzt eine gewisse Neugier voraus, Sinn und Werte des Lebens immer wieder neu zu bewerten und für sich persönlich den bestmöglichen Weg zu suchen, sein Leben sinnvoll zu gestalten und zu geniessen.
Ohne Zweifel: Wellness ist ein Trend. Ganz normale Hotels haben sich nach langer Durststrecke in Wellnesshotels verwandelt und schon brummt der Laden. Tradionalisten unter den Wellnessanhängern sind angewidert. Wellness und Fun – nein danke!
Es fing an in Sri Lanka, wunderschöne Strände, angenehmes Klima. Ein cleverer Hotelbesitzer kam bereits 1968 auf die Idee, Ayurveda anzubieten. Ein kleiner Drink, ein wenig Ölmassage, das nannte sich dann Ayurveda.
Doch Anfang der neunziger Jahre funktionierte das feucht-fröhliches Ayurveda-Konzept nicht mehr. Vor allem aus Deutschland kamen Menschen, für die Ayurveda eine sehr ernste Angelegenheit war. „Die wollten es nicht praktizieren, wenn nebenan Bier getrunken wurde, und erzählten uns, wie wir das richtig machen müssten“, erzählt der Hotelbesitzer ohne Spott. Er trennte sich von der Sun-and-Fun-Ideologie, holte sich Ayurveda-Ärzte, die in Sri Lanka den Schulmedizinern gleichgestellt sind, baute Behandlungsräume für Akupunktur, Massagen, Kräuterbäder, Dampfbadbehandlungen und legte einen Kräutergarten an. 100 Leute arbeiten heute in der Klinik.
Doch dann kam der Tsunami und viele Gäste flüchteten nach Südindien, in das Ursprungsland des Ayurveda. Sie fanden die selben schönen Strände, schöne Hotels und blieben da. Sri Lanka hat das Nachsehen. Viele Gäste trauen sich nicht mehr ins ehemalige Paradies und ziehen das Tsunami-sichere Kerala vor.
Einige Hardcore-Ayurvedisten sind mit dieser Art von Ayurveda unzufrieden. Sie beklagen die Reduktion auf einen „simplen Wellness-Gedanken“ und dass die meisten Patienten nach der Kur nur weniger wiegen und vor dem Spiegel in weniger Falten blicken wollen.
Das klingt sehr fundamentalistisch und verkennt den Wellness-Gedanken, der tief im Ayurveda verwurzelt ist. Zum Glück hat Ayurveda für jeden was anzubieten, für Hardcore Ayurvedisten und für Wellness Freunde, die neben ihrem Wellness Urlaub auf Spass nicht ganz verzichten wollen – Suum cuique! – Jedem das Seine, sagte schon der oströmische Kaiser Justinian. Auch Epicur bezeichnete Vergnügen bekannter Maßen als Zweck. Er vertrat die Auffassung, dass man durch richtiges Denken ein glückseliges Leben gewinnen könne, einer Auffassung also, die mit den meisten Wellness Formen konform geht, auch mit Ayurveda.
3. Ayurveda in den westlichen Wissenschaften http://www.dharmaayurveda.de/Artikel/2070.html?a |